Hessische Energiespar-Aktion
Die Hessische Energiespar-Aktion informiert: "Energieeinsparung ist wirtschaftlich - mit der Informations- CD "Rechnet sich das… ?!" der "Hessischen Energiespar-Aktion" kann das Einspar-Potenzial berechnet werden
Mit der Informations- CD "Rechnet sich das… ?!" der "Hessischen Energiespar-Aktion" kön-nen Sie sich ihre zukünftigen Heizkosten über die nächsten 25 Jahre überschlägig berech-nen. Sie geben einfach nur ihren Haustyp, das Baujahr, ihre Wohnfläche und ihren Energie-verbrauch ein. Die Energiepreissteigerung können sie frei wählen. Die Ausgangseinstellung des Programms geht von einer Preissteigerungsrate von 5 Prozent p.a. aus, was heute eher als die untere Grenze angesehen wird. Darüber hinaus können für 6 Energiesparmaßnah-men die Einsparung und die Wirtschaftlichkeit dargestellt werden. Das Ergebnis zeigt meis-tens: "Energiesparmaßnahmen an bestehenden Gebäuden sind hoch wirtschaftlich, die Rendite liegt meist um 10 %, das Geld fließt innerhalb der technischen Lebensdauer der Maßnahmen zurück", so Werner Eicke-Hennig, Projektleiter der Hessischen Energiespar-Aktion".
Schauen wir uns die Wirtschaftlichkeit Energie sparender Maßnahmen im Gebäudebestand an Hand eines Beispiels einmal genauer an. Mit der dynamischen Kalkulationsmethode er-mitteln wir für ein Einfamilienhaus aus den fünfziger Jahren mit 3.000 Litern Heizölverbrauch im Jahr die folgenden Daten: Das Gebäude mit 130 m² Wohnfläche wird die nächsten 25 Jahre 80.000-100.000 EURO Heizkosten verursachen. Diese Heizkosten sind die "Bank" des Hauseigentümers. Denn Energiesparmaßnahmen machen aus dem Heizkosten-SOLL ein HABEN: Durch die Heizkostenentlastung werden die Mehrinvestition für die Energiespar-technik gedeckt. Für unser EFH bringt eine 12 cm dicke Außendämmung, eine Einsparung von 19 %. Bei 34 EURO Mehrkosten pro m² für die Dämmung, fließt das Geld, bei heutigen 55 Cent pro Liter Heizöl, innerhalb von 12 Jahren zurück. Steigt der Energiepreis wieder, etwa auf 80 Cent pro Liter, dann fließt das Geld innerhalb von 8 Jahren zurück. Und die Kel-lerdeckendämmung? Die 18 EURO Kosten für die Dämmplatten und ihre Anbringung sind im 22. Jahr wieder zurückgezahlt. Danach halten die Dämmplatten noch weitere 100 Jahre die Wärme im Erdgeschoß. Die Heizkosteneinsparung beträgt übrigens 6 %. Auch für die übri-gen Maßnahmen wie Fenstererneuerung und Dachdämmung oder die Heizungserneuerung gilt: Es rechnet sich, denn die Amortisation findet innerhalb der technischen Lebensdauer statt, in der Regel zwischen 8 und 22 Jahren. Finanzexperten sagen hierzu: "Die energeti-sche Gebäudesanierung ist eine hochrentable, steuerfreie und besonders sichere Kapitalan-lage, ein Leben lang."
Diese wirtschaftlichen Investitionen am Haus werden aus Gründen der CO2-Einsparung vom Staat gefördert. Nicht eine Unwirtschaftlichkeit soll durch Förderung kompensiert werden, sondern das Förderziel ist ein anderes: Die Maßnahmen sollen schneller und häufiger ergrif-fen und in hoher Qualität ausgeführt werden. Das KfW-CO2-Gebäudesanierungsprogramm bietet günstige Kredite oder wahlweise auch Zuschüsse (Aktuelle Förderrichtlinien unter www.kfw.de). Das ist ein bisschen Schlaraffenland, die Rendite steigt mit KfW-Förderung bei unserer obigen Außenwanddämmung auf 14 bis 20 %, die Amortisationszeit sinkt auf 6 bis10 Jahre, die Behaglichkeit im Haus verbessert sich, Schimmel verschwindet, der Gebäudewert steigt. Und nach dem Amortisationszeitpunkt wirken Energiesparmaßnahmen weiter und sparen ihre Mehrkosten 2 bis 3 mal ein. Handeln wir also jetzt: in 14 der 18 Millionen deut-schen Wohngebäuden kann der Heizenergieverbrauch zu wirtschaftlichen Bedingungen halbiert werden. Und die KfW finanziert die Investition durch Kredite oder einen Zuschuss. Was soll noch mehr geschehen?
Das EDV-Programm "Rechnet sich das…?!" gibt es für 5,00 EURO zzgl. Versand bei der "Hessischen Energiespar-Aktion" Annastrasse 15, 64285 Darmstadt Tel: 06151/290456. In-formationen zur "Hessischen Energiespar-Aktion", dem "Energiepass Hessen", den Koopera-tionspartnern und viele weitere Fachbeiträge unter www.energiesparaktion.de
Weitere Informationen: Unter www.energiesparaktion.de gibt es 14 Energiesparinformatio-nen mit detaillierten Hinweisen zu den wichtigsten Energiespartechniken sowie eine Ener-gieberaterliste.
Die "Hessische Energiespar-Aktion" ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
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Ansprechpartner für diese Pressemitteilung:
Werner Eicke-Hennig, Telefon: 06151/2904-58 (Diese Telefonnummer bitte nicht veröf-fentlichen!, Belegexemplar erbeten)
Fotos zu diesem Artikel finden Sie unter www.energiesparaktion.de in der Rubrik "Presse"
Die "Hessische Energiespar-Aktion" informiert: Energiesparende Neubauten in Hessen: Erstes Niedrig-Energiehaus des Kreises Bad Hersfeld/Rotenburg wird 20 Jahre alt
Das erste Niedrig-Energiehaus des Kreises Bad Hersfeld/Rotenburg steht in Bad Hersfeld, damals gefördert durch das Land Hessen. 1990 errichtet, ist es nun 20 Jahre alt geworden und wir wollen einen Rückblick auf die Erfahrungen wagen. Der Hauseigentümer gibt uns Auskunft, führt durch die Räume, erklärt die Anlagen.
Über die damaligen Anfangsschwierigkeiten, weiß der Hauseigentümer anschau-lich zu berichten: "Drei Architekten haben das Projekt in der Planungsphase abge-lehnt, so was baut man nicht, überhaupt nicht realisierbar", waren deren Aussa-gen. Das fand der Bauherr nicht befriedigend und machte sich selber schlau. Ge-holfen hat auch das Institut Wohnen und Umwelt in Darmstadt mit seiner Fachlite-ratur und der Definition des "Niedrigenergie-Standards". Damit wurde das Ziel klar: Der Bau eines Niedrigenergiehauses, mit einem Verbrauch unter 7 m³ Erdgas pro m² Wohnfläche im Jahr. Der Bauherr fand schließlich doch noch einen Architekten, der das Vorhaben umsetzte.
Dämmtechnisch wurde das "beste" eingesetzt, was damals am Markt verfügbar war. Die Gebäudehülle aus 30 cm Gasbetonmauerwerk mit 8 cm Polystyrol-Wärmedämmverbundsystem außen, 24 cm Dämmung im Dach, statt einer Unter-spannbahn wurde eine Holzweichfaserplatte eingesetzt. 8 cm Dämmung zum Kel-ler. Die Holzfenster erhielten Zweifach-Wärmeschutzverglasung, damals noch eine neue Technik mit 70 DM (ca. 35 Euro) Mehrkosten pro m². Der damals noch exoti-sche Drucktest, ergab den hervorragenden Wert von 0,96 Luftwechseln pro Stunde und übertraf damit sogar die erst 6 Jahre später geschaffenen Normanforderun-gen. Das Haus war also sehr gut gegen überflüssige Luftströme durch Fugen und Ritzen abgedichtet worden. Die Rollladenkästen wurden bereits als gedämmte Kästen mit einem U-Wert von 0,44 W/(m²K) ausgeführt. Diese Kästen waren da-mals besser, als die üblichen Außenwandqualitäten von Neubauten aus dieser Zeit.
Als Heizungstechnik hat sich die Gas-Brennwerttechnik bewährt; die Anlage hat bisher keine Defekte gehabt. Die Heiztechnik hat der Hauseigentümer Schritt für Schritt energiesparsam eingestellt. So hat er z.B. eine Bremse gegen die Schwer-kraftumwälzung in die Warmwasserzirkulationsleitung eingebaut, nachdem er be-merkte, dass diese Selbstentladung den Speicher ohne Warmwasser-Entnahme pro Tag um 10 Grad abkühlte. Die Zirkulationspumpe wird auf Knopfdruck aktiv und stellt sich nach 2 Minuten automatisch ab. Das Lüftungsprinzip Abluftanlage hat sich bewährt und sorgt allzeit für frische Luft im Haus. Heute würde sich der Hauseigentümer für eine Wärmerückgewinnung als "Stand der Technik" entschei-den.
Im Jahre 1993 wurde dann später der Einbau von 5 qm Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung und ein wenig auch zur Heizungsunterstützung vorgenom-men. Obwohl das Haus an einem Nordhang steht, hat es doch noch einmal einen kleinen Einspareffekt gegeben. Das Haus zeichnet sich durch einen hohen Wär-mestandard aus: Im Sommer bleibt es kühl, das zeigte sich schon im 2. Jahr, als im heißen Sommer alle Familien in den umliegenden Häusern des Neubaugebietes ihre Schlafzimmer in das Erdgeschoss verlegten, konnte das Dach-Schlafzimmer des Niedrigenergiehauses mit seinen 24 cm Dämmstoff weiter genutzt werden. Die Sommerhitze blieb draußen. "Im Winter ist es sehr behaglich, auch z.B. in den langen und kalten Wintern 2005/2006 sowie 2008/2009", berichtet der Eigentümer.
Schimmel war von Anfang kein Thema, obwohl das Gebäude vom Regen durch-nässt war, bevor das Dach aufgesetzt wurde. Das hoch gedämmte Gebäude ver-schimmeln würden, war aber eines der falschen "Argumente" der Anfangs befrag-ten Architekten gewesen.
Nicht bewährt hat sich der Hauseingang und Flur im Souterrain; dies bedeutet ei-nen höheren Energieverbrauch; die Bodenplatte (seinerzeit mit 8 cm gedämmt), würde man heute besser dämmen.
Die damalige Doppelverglasung hat der Bauherr in der Zwischenzeit zu großen Teil durch 3-fach-Verglasung mit Edelgasfüllung ersetzt.
Bei großen Südfenstern muss die "sommerliche Beschattung gewährleistet sein", sonst entsteht Überhitzung "daran muss man denken", so der Hausherr selbstkri-tisch.
Der Bauherr notiert seit Anbeginn den Energieverbrauch. Bei 200 m² Wohnfläche benötigt das Gebäude incl. Warmwasser und Kochgas nur 1.200 bis 1.700 m3 Er-gas pro Jahr, je nachdem wie kalt der Winter ist. Das ist im Schnitt ein Jahres-verbrauch von ca. 6,5 m3 pro qm. Damit zeigt auch dieses Haus den Erfolg des Niedrigenergiestandards.
Das Prinzip in Kürze: Durch eine gut gedämmte Gebäudehülle und hervorragende Verglasung wird der Heizenergieverbrauch stark gesenkt. Durch moderne Heiz- und Solartechnik wird der Restenergiebedarf rationell gedeckt. Hierzu braucht es keine komplizierten "High-Tech-Komponenten", ein Niedrigenergiehaus entsteht mit bewährten Techniken aus Hessen. Nach 20 Jahren ohne Bauschäden und Stö-rungen zeigt das Einfamilienhaus in Bad Hersfeld, dass diese Techniken auch langzeitbeständig sind.
Gespart wird nicht nur beim Heizen: Durch Strom sparende Haushaltgeräte und Lampen verbraucht die Familie auch weit weniger Strom, als der Jahresdurch-schnitt in Deutschland. Statt bei 3.200 kWh pro Jahr, liegt ihr Jahresstrom-verbrauch bei 1.900 kWh pro Jahr (2 -Personen -Haushalt).
Unter www.energiesparaktion.de erhalten Sie Informationen zum Niedrigenergie-haus und einen Endbericht über die ersten 30 Niedrigenergiehäuser in Hessen.
Informationen zur "Hessischen Energiespar-Aktion", zum "Energiepass Hessen", den Kooperationspartnern, die 14 Energiesparinformationen mit detaillierten Hin-weisen zu den wichtigsten Energiespartechniken, viele weitere Fachbeiträge oder die Energieberaterliste erhalten Sie unter www.energiesparaktion.de
Die "Hessische Energiespar-Aktion" ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Fotos zu diesem Artikel finden Sie unter www.energiesparaktion.de in der Rubrik "Presse"
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