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Stadt Groß-Bieberau  Stadtinformation

Blick in die Stadtmitte
Die Stadt Groß-Bieberau

Am Rande des nördlichen Odenwaldes umfasst das Stadtgebiet von Groß-Bieberau mit seinen 4500 Einwohnern gleichsam den unteren Bereich von Gersprenz- und Fischbachtal einschließlich der angrenzenden Höhenzüge. Das Gebiet hier ist geschichtsträchtig, wobei der Wasserreichtum und der fruchtbare Lößboden eine besondere Rolle spielen. Bereits in der jüngeren Steinzeit war der Groß-Bieberauer Raum besiedelt. Der Aufenthalt von Ackerbauern mit festem Wohnsitz zu jener Zeit wird durch zahlreiche Keramik-, Schmuck- und Handwerksfunde belegt. Das Gelände der heutigen Brauerei war eine ergiebige Fundstelle für römische Überreste. Die Weltmacht zur Zeitwende unterhielt hier militärische Anlagen. Funde können im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt bewundert werden.

Groß-Bieberau wurde im Jahre 787 erstmals urkundlich erwähnt; die Verleihung der Stadtrechte fand im Jahre 1312 statt. Damit verbunden war das Marktrecht, welches seinen Ausdruck letztlich noch in einem Ferkelmarkt am ersten Samstag jeden Monats bis in jüngste Vergangenheit fand. Nach dem Aussterben der Grafen von Katzeneinbogen fiel das Gemeinwesen 1567 durch Erbteilung an Hessen-Darmstadt. Den Dreißigjährigen Krieg haben zwölf Einwohner überlebt. Von dieser Zeit berichtet die wohl einzigartige Chronik des damaligen Pfarrers Johann Daniel Minck, die übrigens wieder aufgelegt wurde.

Heute ist die Stadt überwiegend gewerblich strukturiert. Der Aufschwung kam durch die Bahn von Reinheim nach Reichelsheim. Die Schienen in Richtung Süden sind allerdings schon seit vielen Jahren demontiert, nach Reinheim selbst fahren nur noch wenige Güterwaggons. Die Zeit des "Odenwälder Lieschens" - wie es liebevoll von den Bewohnern genannt wurde - ist schon lange vorbei. Eine Anzahl meist mittelständischer Betriebe vornehmlich im produzierenden Gewerbe geben 1200 Menschen Arbeit. Den Grundstein für die Ausbildung der Jugend bilden die Schulen: eine Grundschule und eine schulformbezogene Gesamtschule mit gymnasialem Zweig.

Blick in die Stadtmitte Im Zuge der Gebietsreform wurde 1971 Rodau ein Stadtteil von Groß-Bieberau. Seit 1972 pflegt die Stadt eine Verschwisterung mit Montmeyran, einer Stadt im südöstlichen Frankreich.

Herrliche Wanderwege in der reizvollen Umgebung werden von den Erholungssuchenden geschätzt. Der Außenbereich als Teil des Naturparks Bergstraße-Odenwald weist markierte Wanderwege mit Ruheplätzen, Grill- und Freizeiteinrichtungen sowie Kinderspiel- und Bolzplätzen auf. Für die Bewohner der 4500 Einwohner zählenden Stadt selbst mit ihren schönen Fachwerkhäusern im Stadtkern, von denen manche noch unter Schindeln und Platten versteckt sind, stehen drei Turnhallen, eine Rollschuhbahn, Sport- und Tennisplätze zur Verfügung. Und noch eine Außergewöhnlichkeit muss berichtet werden. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg fanden erstmals seit der Reformation wieder katholische Gottesdienste statt.

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