Stadtrechtsurkunde


Stadtrechtsurkunde aus dem Jahre 1312, verliehen durch Kaiser Heinrich VII.Übersetzng der Stadtrechtsurkunde:
Heinrich, von Gottes Gnaden römischer Kaiser, allzeit Mehrer des Reiches, entbietet allen Getreuen des heiligen römischen Reiches, die von gegenwärtigem Briefe Kenntnis nehmen werden, seinen Gnaden und alles Gute.
Indem wir die erfreuliche Willfährigkeit und die lautere Anhänglichkeit, mit welchen der edele Mann Dieter Graf von Katzenelnbogen, unser Blutsverwandter und lieber Getreuer, seither beständig dem Reiche gedienet hat, und die treuen und eifrigen Dienste, welche er uns in Italien geleistet hat und noch bestrebt ist zu leisten, in das Gedächtnis zurückrufen, und indem wir hoffen, das er in Zukunft fortfahren wird, uns und dem Reiche in noch vollkommenerer Weise dienstwillig zu sein, teilen wir seinem Schlosse Katzenelnbogen mit dem Tal daselbst und seinem Bergschlosse Lychtemberg mit dem darunter liegenden Dorfe, Biebera genannt, und den Menschen, die daselbst wohnen, die Fülle der Kaiserlichen Gunst mit und gestatte ihnen vermöge der höchsten kaiserlichen Autorität die Freiheiten und Gerechtsamen, deren sich die Stadt und unsere Bürger in Oppenheim erfreuen und allbekannt genießen, und fügen noch aus der Fülle besonderer Macht hinzu, daß im Tale des obengenannten Schlosses Katzenelnbogen jedesmal am Montag, in Biebera aber, dem vorvermerkten Dorf, an jedem Dienstage von jetzt ab und künftig ein Wochenmarkt zum Gebrauch jedes beliebigen Handels abgehalten werde, zu welchem Markte die Zusammenströmenden beim Kommen und beim Gehen für ihre Personen und Sachen unseres kaiserlichen Schutzes und des Vorrechtes der Marktfreiheiten sich erfreuen sollen. Dem besagten Diether verwilligen wir noch obendrein, als ein weiteres Geschenk unserer reichen Gnaden und erlauben, daß in dem vorgenannten Schlosse Katzenelnbogen und Tale zwölf Juden als Gäste und gleicherweise auf dem Berg des Schlosses Lychtemberg und in dem darunter liegenden Dorfe ebensoviele sich ansiedeln können, um daselbst beständigen Aufenthalt zu nehmen und eben demselben Grafen zu dienen, bis von uns oder unseren Nachfolgern am Reich die besagten Juden in beiden Städten mit 1200 Pfund Heller, für welche wir sie selbst demselben nach dem Inhalte des Gegenwärtigen verpfändet haben, oder die nur an einem Ort Wohnenden mit 600 Pfund Heller eingelöst sind, indem nun alle unsere anderen Briefe, welche wir ihm über das Vorstehende bewilligt haben, gänzlich zurückgenommen sind.
Es soll sich also keiner unterstehen, diese Urkunde unserer Freigebung, Verordnung und Verwilligung zu brechen oder derselben in verwegenem Wagnis entgegen zu treten, und wer es tun sollte, wird unseren schweren Unwillen erfahren. Und in Urkunde dieser Sache gaben wir Befehl, gegenwärtigen Brief hierüber abzufassen und mit unserem Majestätssiegel zu befestigen.
Gegeben zu Rom, im Turm der Milizen, am 19.Juli in der zehnte Zinszahl, im Jahr des Herrn 1312, im vierte Jahr unserer Königsherrschaft, aber in ersten unseres Kaisertums.



nach oben  nach oben
Stadt Groß-Bieberau | Marktstraße 28-30 | 64401 Groß-Bieberau | Tel.: 06162 / 8006-0 | E-Mail: Kontakt | Datenschutz

Stadt Groß-Bieberau
Marktstraße 28-30 | 64401 Groß-Bieberau | Tel.: 06162 / 8006-0 |
  OK  
Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung