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Sagen, Mythen und Geschichten


Das Bubenried

Zwischen dem Klinger Berg und dem Forstberg liegt ein Grund, das Bubenried genannt wird. Die Sage erzählt uns, wie der Grund zu diesem Namen kam. Es war die Zeit, als der Dreißigjährige Krieg tobte, Hungersnot und Teuerung bedrückten das Land und brachten gar manchen an den Bettelstab. Zwei Buben, Lutz und Matz, fristeten durch Betteln ihr armes Leben. Allabendlich teilten sie sich in jenem Grund das, was sie tagsüber in den Dörfern unserer Gegend erbettelt hatten.

An einem Gründonnerstag kamen sie hier wieder zusammen. Lutz brachte ein paar Bettelpfennige mit, Matz hatte von einem reichen Schulzen ein frisches Laibchen Brot erhalten. Heute wollte Matz vom Teilen nichts wissen. Da er schon lange, lange kein Brot gegessen hatte, gedachte er, sein Laibchen Brot allein zu verzehren. Lutz wurde zornig ob dieser Untreue. Beide gerieten in heftigen Streit. Jeder von ihnen riss einen Pfahl aus dem nahen Pferch. Wie vom Teufel besessen schlugen sie aufeinander ein, und zwar so derb, dass einer den andern totschlug.

Als der Schäfer nach einigen Tagen zu seinem Pferch kam, fand er die zwei Buben tot daliegen. Bald sah er auch, dass sie sich einander wegen eines Brotes totgeschlagen hatten. Er begrub die Buben und verzehrte zum Lohn das Brot. Seitdem heißt jener Grund das Bubenried.


"Hasloch, wo bist Du?"

Auf dem südwestlichen Abhang des Bieberauer Gemeindewaldes und des Haslochberges lag seit Jahrzehnten der sogenannte Wildfrauenstein. Nach mündlichen Beschreibungen hatte der etwa zwölf Zentner schwere Stein die Form eines runden Tisches, um dessen Rand eine Art Hohlkehle ging. Auf der glatten horizontalen Oberfläche befand sich ein fossiles Gebilde, ähnlich dem Abdruck einer großen und einer kleinen menschlichen Fußsohle, sodann drei von der Natur geschaffene Löcher.

Man erzählte sich nun, dass vor Zeiten in dieser Wildnis ein Weib mit ihrem Kinde lebte. Zum nächtlichen Aufenthalt hatte sie eine Hasen- oder sonstige Höhle ausgewählt. Daher nannte sie ihren Sohn Hasloch. Als Feuerherd diente ihr jener Stein, auf welchem sie mittelst der drei kleinen Löcher ihre Pfännchen feststellte.

Einst vermisste sie bei ihrer Heimkehr ihr Kind, und die unglückliche Mutter durchstreifte nun die Vorhöhe des Waldes, den Knaben suchend und ihm beständig zurufend: "Hasloch, o! Wo bist Du, ho?"

Nach einer anderen Version wurde der wild lebenden Frau ihr Kind vom Teufel geraubt, der auch noch mit seinem Hammer nach der Mutter warf, wodurch jene Löcher entstanden sind.

Im Jahre 1821 übrigens wurde der Wildfrauenstein von einigen jungen Männern seiner Seltsamkeit wegen in den Ort gebracht, wo er bis 1829 an der Kirchhofsmauer lag. Nach dem Abbruch der Mauer wurde er am OberklingerWeg als Abweiser umgekehrt in die Erde versenkt. Jahre später wurde er dann in die Hofreite des Georg Philipp Daab eingemauert, in den 30er Jahren dieses Jahrhunderts wurde er trotz intensiver Nachforschungen nicht mehr gefunden. Doch die näpfchenartigen Vertiefungen des Wildfrauensteins sind alten Einwohnern noch von Erzählungen her bekannt.


Das Glickssäuche uf de Hippelsbach

De Hippelsbacher hot emol e krank Zijeinerkind im Säustall ze Grund geh losse. Zur Strof muss er nu wie e Säuche rimwewern. Wer's sieht, dem bedeit's Glick, un eme Stärrige wiehlt's en Haufe voll Geld vir die Fieß.



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