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Schultheißen und Bürgermeister


Schultheißen
Der Schultheiß war früher der Interessenvertreter der Herrschaft, des Grund- oder Landesherren in einem Ort. Er hat die Mitglieder einer Gemeinde zur Leistung ihrer Schuldigkeit anzuhalten, also Abgaben einzuziehen oder für die Einhaltung anderer Verpflichtungen Sorge zu tragen. Nicht zu verwechseln mit dem früheren Bürgermeister (früher 2 Rechnungsführer). Sprachliche Varianten des Schultheißen sind Schulte, Schultes oder Schulze. Der Personenname Schulz(e), Scholz etc. geht auf Schultheiß zurück.

1408 Hamman Knauff
Die Schultheißen in Groß-Bieberau von 1408 bis 1822
1435 Johann Goczemann
1521 Contz Funck von hier
1558 Conrad Schneck
1559 Ludwig Ernst aus Erfurt
1591 Friedrich Koch aus Gelnhausen
1605 Julius Baumeister aus Mansfeld
1620 Joh. Phil. Beilstein aus Pfungstadt
1624 Hans Kling
1626 Ludwig Buch aus Pfungstadt
1632 Lucas Sauter
1637 Joh. Conr. Wagner aus Rechtenbach
1671 Hans Spalt aus Rodau
1692 Matthias Törge, Hauptstraße 31
1725 Alexander Wagner
1756 Carl Wilh. Siebert aus Reinheim
1772 Gg. Caspar Storck von hier Bäckerei Storck
1783 Gg. Franz Storck des vorigen Sohn
1787 Hartm. Friedrich Pfaff von hier, Hauptstraße 94
1790 Johannes Baltz
1796 Friedrich Schuchmann Hauptstraße 46 (Scholze)
1818 Matthäus Ruths, ein Stiefschwiegersohn im gleichen Haus

Schultheißen in Rodau (von 1604 bis 1822):
Peter Kepler: 1604
Philipp Springauf: 1605
Philipp Springauf: 1616
Hans Stumpf: 1623
Velten Springauf: 1628
Hans Bauer: 1636
Hans Spalt: 1654
Hans Spalt: 1663
Georg Ferdinand Eysenhauer: 1686
Johann Reininger: 1731
Johannes Boßler: 1732
Johannes Boßler: 1740
Johann Nikolaus Vierheller: 1765 (Scholzehof - Hauptstraße 25)
Johann David Bersch: 1787
Johann Friedrich Schuchmann: 1803
Curd Christoph Vierheller: 1812 (Scholzehof - Hauptstraße 25)

Bürgermeister
Im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit gab es immer zwei Bürgermeister. Oft waren sie Gemeindeschreiber. Vor allem aber waren sie für das Rechnungswesen der Gemeinde verantwortlich und mussten über sämtliche Einnahmen und Ausgaben in den einzelnen Jahresrechnungen genau Buch führen und jährlich Rechnung legen. Sie waren dem Schultheiß ("Schulz" / "Scholz") der Herrschaft untergeordnet. Erst im Verlauf der Neuzeit setzte sich der Bürgermeister als der wichtigste Amtsträger durch. Hessen bekam 1820 eine Verfassung und ab 1822 wurden die Dorfvorsteher, die jetzt Bürgermeister heißen, gewählt. Davor waren die Burg und später das Schloss Lichtenberg der Sitz der Obrigkeit und Verwaltung.


Lehr, Joh. Martin:
Erster gewählter Bürgermeister (1822-1831) nach der Verfassung von 1820. Er versah seinen Dienst in seinem Hause Marktstraße 27 (ehemals Gasthaus zur Linde). Während Lehrs Amtszeit wurde die Wasserversorgung von den alten Ziehbrunnen auf moderne Laufbrunnen umgestellt, anstelle der alten hölzernen Wasserleitungsröhren (Deicheln) verwendete man jetzt eiserne. Die Durchgangsstraße wurde neu chaussiert.



Ruths, Matthäus: (Bürgermeister 1831-1838)
War der letzte Schultheiß. Amtierte im Haus Hauptstraße 46 ("Scholze"). In seiner Dienstzeit wurde die Abgabenpflicht der Bürger von dem seitherigen Naturalzehnten in eine Geldschuld umgerechnet. Die Zehntscheune am Lehneberg wurde fortan nicht mehr benötigt. Die Auswanderungswelle setzte ein.


Lehr, Nikolaus: (Bürgermeister 1838-1850)
Sohn des ersten Bürgermeisters J. Martin L., amtiert in seinem Haus Hauptstraße (Marktstraße) 27. Die Gemeinde kaufte in jener Zeit die Zehntscheune und veräußerte sie später an Bierbrauer Schönberger. Die Spar- und Creditanstalt (Sparkasse) nahm in Groß-Bieberau ihren Sitz und Bürgermeister Lehr wurde ihr Rechner. Durch eine plötzlich auftretende Kartoffelkrankheit kam es zu einer empfindlichen Hungersnot. Die Gemeinde kaufte Kartoffeln und Mehl für Notleidende. Die Auswanderungswelle dauerte an.


Rothenhäuser, Martin: (Bürgermeister 1851-1882)
Amtierte in seinem Haus Ernst-Ludwig-Straße 10. Ein neues Schulhaus (Marktstraße 39) wurde 1863 gebaut. Er hat das Feuerlöschwesen neu geordnet. Das Kirchspiel wurde geteilt. Die Gemeinde übernahm das ehemalige Kaplaneihaus, das Schulwesen ging in Gemeindeobhut über. Es gab neue Maße und Gewichte und die Reichsmark löste den Gulden ab. Auch das Standesamt wurde in Rothenhäusers Amtszeit 1876 in die Hände der Gemeinde gelegt und Rothenhäuser war der erste Standesbeamte in Groß-Bieberau. Zwei Kriege fielen in seine Amtzeit, der im Jahr 1866 belastete auch unseren Ort mit durchziehenden Truppen.


Merz, Friedrich V.: (1882-1906)
Nach erbittert geführtem Wahlkampf übernahm Merz mit 5 Stimmen Vorsprung die Amtsgeschäfte. Er war ebenso wie sein Vorvorgänger Rechner der hiesigen Sparkasse, gründete das Granit- und Syenitwerk Merz u. Co. In jener Zeit war er der größte Arbeitgeber im Ort und ein sehr einflussreicher Mann. In seiner Amtszeit bekam Groß-Bieberau Anschluss an das Eisenbahnnetz, die Wasserversorgung wurde neu geordnet, die Laufbrunnen sind durch eine Hochdruckwasserleitung mit Hochbehälter auf der Ober-Ramstädter Hohl ersetzt worden. Dazu wurde die Kanalisation der Ortsstraßen angelegt und der Dorfbach in den Kanal eingeleitet. Von besonderer Bedeutung für Groß-Bieberau und das gesamte Fischbach- und Gersprenztal war die Gründung einer "Höheren Bürgerschule" in Groß-Bieberau. Eine sinnvolle Ergänzung zur Bürgerschule war der Neubau des Gemeindehauses auf der Beune. Es diente als Turnhalle, bot einen Schulraum, integriert war ein Bürgersaal, ein Sitzungssaal für den Gemeinderat und ein neuer Amtssitz für den Bürgermeister sowie ein Geräteraum für die Feuerwehr.


Reinheimer, Friedrich XIII.:Bürgermeister von 1906-1923
Er versah die Amtsgeschäfte vom neuen Rathaus auf der Beune aus. Als langjähriges Mitglied des Gemeinderates und später als Beigeordneter war Reinheimer mit den Amtsgeschäften wohl vertraut. 1907 erhält der Ort elektrischen Strom, die Diakoniestation der ev. Kirche wird gegründet und der Neubau der Sparkasse in der Jahnstraße wird errichtet. Die Ortsstraßen bekommen Namen, das Neubaugebiet "Römerstraße" wird kurz vor Kriegsausbruch 1914 projektiert und der Beschluss zur Feldbereinigung wird gefasst. Von Not und Umbruch war die 2. Hälfte seiner Amtszeit gezeichnet. Der 1.Weltkrieg mit 64 Gefallenen und die mit dem Krieg einhergehende Hungersnot und Grippeepidemie forderten ihren Tribut. Die politische Neuordnung nach dem Krieg und eine dramatische Geldentwertung sowie eine allgemein große Wohnungsnot prägten die letzten Jahre seiner Tätigkeit.


Daab, Georg X.: Bürgermeister von 1923-1935
Die Feldbereinigung wurde abgeschlossen und im Rahmen dieser Maßnahme ein Sportplatz- und Festplatzgelände ausgewiesen sowie eine Straße als Verbindungsweg zur Gartenstraße angelegt. Den Kraftfahrzeugverkehr in der Hauptstraße (Marktstraße) beschränkte man auf 15 km Höchstgeschwindigkeit. Zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges ließ die Gemeinde das Ehrenmal auf dem Haslochberg erbauen. Der Friedhof wurde erweitert und die Wasserversorgung erneuert. Die neu erbaute Brücke über den Fischbach ist alsbald bei einem Hochwasser weggespült worden und musste neu errichtet werden. Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung ließ man Straßen, Brücken und Feldwege befestigen. Im Zuge der politischen Veränderungen wurden Straßennamen im Jahr 1933 geändert. Die Drei-Männer-Fraktion der Parteilosen gehörte seit Juni 1933 nicht mehr dem Gemeinderat an. Die Gehälter der Gemeindebediensteten wurden um 25% gekürzt.


Dingeldein, Heinrich: Bürgermeister von 1935-1941
Verlegte 1936 die Gemeindeverwaltung in das Schulhaus am Marktplatz (ehemaliges Kaplaneihaus) Die Durchgangsstraßen wurden gepflastert und Kanal und Wasserleitungen erneuert. Ein Generalbebauungsplan mit Ausweisung eines Neubaugebiets nördlich der Römerstraße sowie einer 12 Meter breiten Verbindungsstraße zwischen Adolf Hitler-Straße und Ober-Ramstädter Straße wurden beschlossen. Der Kriegsausbruch 1939 brachte einschneidende Veränderungen. 2100 Rückwanderer mussten kurzfristig aufgenommen werden und erste Kriegsgefangene kamen in den Ort. Zur Warnung vor Luftangriffen wurde eine starke Sirene auf dem Dach der Bürgermeisterei installiert. Zum Ende des Jahres 1941 musste Bürgermeister Dingeldein, wegen einer Erkrankung die Amtsgeschäfte seinem Beigeordneten Gg. Daab VI. übergeben.


Daab, Georg VI.: (1941-1945) Beigeordneter
Kriegsbedingt beschränkte sich die Verwaltung auf die Notwendigkeiten des Kriegsalltags in der Verwaltung des Mangels. Mangel an Arbeitskräften in Handwerk, Landwirtschaft und Gewerbe, in der Sicherstellung der Ernährung mittels Verpflegungskartenausgabe. In der Unterbringung der zahlreichen Bombengeschädigten aus den Städten und der Wahrung der Ordnung im Zusammenleben der zahlreichen Gefangenen, Fremdarbeiter und der Einheimischen. Gegen Ende des Krieges, beim Herannahen der Amerikaner, wurde zum Zeichen der kampflosen Übergabe des Ortes weiß geflaggt. Nachrückende deutsche Truppen beschuldigten Georg Daab VI. und Wilhelm Ruths, dies veranlasst zu haben. Beide wurden von einem Standgericht zum Tode verurteilt. Mit viel Glück für beide kam es nicht zur Vollstreckung.


Böhm, Georg I.: (1945-1960)
wurde zunächst von der amerikanischen Militärkommandantur als Bürgermeister eingesetzt und später in dieses Amt gewählt. Die Eingliederung der Heimatvertriebenen, nach der Geldentwertung die Einführung der Deutschen Mark, die Errichtung einer modernen Ortsrundfunkanlage, die Linderung der Wohnungsnot durch Neubaugebiete waren die vordringlichsten Maßnahmen und Aufgaben, die in der Nachkriegszeit bewältigt werden mussten. 1950-52 kam es zum Bau einer neuen Volksschule mit integriertem Volksbad (Brausebad) am Haslochberg, 1954 wurde ein neues Feuerwehrhaus mit Schulräumen für das nahe Realgymnasium errichtet.


Steuernagel, Karl:. Bürgermeister von 1960-1978
Während des großen Festes "650 Jahre Stadt Groß-Bieberau" wurden Groß-Bieberau erneut die Stadtrechte verliehen. In seiner Amtszeit sind zahlreiche Baugebiete entwickelt und die Wasserversorgung mittels zahlreicher Tiefenbrunnen sowie eines großvolumigen Hochbehälters neu geordnet worden. Im schulischen Bereich gelangen der Ausbau des Realgymnasiums zur Vollanstalt und die Übernahme der Schulträgerschaft durch den Landkreis. Die seit 1966 bestehenden freundschaftlichen Verbindungen zu Montmeyran in Südfrankreich wurden 1972 mit einem Verschwisterungsvertrag besiegelt. Durch den Ankauf zahlreicher Hofreiten im Stadtkern wurde der Weg zur Umgestaltung der Innenstadt ermöglicht. Auch die Feuerwehr, jetzt in neuer Funktion als Stützpunktwehr, konnte mittels beachtlicher Fördergelder ihr Domizil in den Jahren von 1977-79 den Erfordernissen der Zeit anpassen.


Armbrecht, Manfred:Bürgermeister von 1978-1984
In seiner Amtszeit wurde die Großsporthalle im Wesner geplant und gebaut sowie zahlreiche Sanierungsmaßnahmen in den Ortsstraßen getätigt. Auch ein neues Baugebiet nördlich der Friedrich-Ebert-Straße wurde ausgewiesen.


Seubert, Werner: Bürgermeister von 1984-2008
In seine Amtszeit fallen die Dorferneuerung mit der Neugestaltung der Innenstadt rund um den neugeschaffenen Biberplatz mit Bürgerzentrum, der Neubau der Sparkasse und die Tiefgarage sowie die Gaststätte mit Kegelbahn. Auch das Rathaus erfuhr einen Um- und Erweiterungsbau. Anlässlich der ersten urkundlichen Ersterwähnung der Stadt Groß-Bieberau im Jahr 787 wurde 1987 die 1200-Jahrfeier durchgeführt. Die städtische Kindertagesstätte nahe der Flurbachstraße wurde errichtet. Zu den weiteren Baumaßnahmen zählen der Ausbau eines ortsnahen Feldwegenetzes zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sowie ein Hochwasserschutzdamm in der "Lache" und die Ausweisung mehrerer Neubaugebiete in Groß-Bieberau und Rodau.


Buchwald, Edgar: Bürgermeister seit 2008
Ankauf Brauereigärten, Planung eines Seniorenheims, Fortentwicklung und Umsetzung des Baugebietes am Mühlberg, 700-Jahrfeier anlässlich Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1312. Gründung eines Seniorenbeirates und Einrichtung des ersten Seniorenspielplatzes Südhessens in Groß-Bieberau.



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